Schweiz: Bergün & Saas Almagell

Eine kleine Schweiz-Rundreise ins beschauliche Bergün und ins malerische Saas Almagell. Eine Woche voller saftiger Bergwiesen, reichlich frischer Luft und ein wenig Schnee im Hochsommer.

Im Juli 2012 entschieden wir uns kurzfristig für ein paar Tage in die Berge zu fahren. Wir wollten auf unserer kleinen Schweiz-Rundreise gleich zwei "Dinge erledigen". Zum Einen wollten wir Nicos Schwester in Bergün, Graubünden besuchen und zum Anderen meine Eltern in Saas Almagell, Wallis. So konnte ich Nico auch endlich mal den Ort zeigen wo ich seit meiner Kindheit jeden Sommerurlaub verbracht habe. Die Reise stand also unter sehr guten Sternen

Am Mittwoch, den 01.08.2012 brachen wir sehr früh morgens auf und begaben uns auf den Weg Richtung Bergün. Wir kamen gut voran und laut Navi sollten wir das kleine Bergdorf bereits um 11 Uhr erreichen. Wäre da nicht unser Reifenplatzer in Karlsruhe gewesen :-(. PENG, dieses Geräusch kostete uns satte 9 Stunden Zeit. Nach dem wir vom ADAC zu einer Autowerkstatt geschleppt wurden, warteten wir einen ganzen Arbeitstag auf unseren neuen Reifen. Er wollte und wollte einfach nicht eintreffen und der Tag zog sich unglaublich in die Länge und unser Laune hatte mittlerweile den Gefrierpunkt erreicht. Wir wollten doch einfach nur in die Berge! Um 15.30 Uhr konnte es dann endlich weitergehen und wir setzten unsere Fahrt fort. Als dann kurz nach der Schweizer Grenze die ersten schneebeckten Berge in Sicht gerieten, besserte sich unsere Stimmung wieder ein wenig. Gegen 20:30 Uhr kamen wir dann endlich in Bergün an und wurden herzlich von Steffi in Empfang genommen. Da der 01. August der Schweizer Nationalfeiertag ist, freuten wir uns nun auf das anstehende Feuerwerk. Mit lautem PAF und PENG feierten sich die Schweizer und wir genossen ein grandioses Feuerwerk. Von nun an waren alle Strapazen des Tages vergessen und unser Urlaub konnte beginnen. Total erschöpft vielen wir ins Bett.

Donnerstag, 02.08.12 Am nächsten Tag sollte es endlich in die Berge gehen. Und die Sonne war mit uns - sie schien allein für uns. Schon früh am morgen zogen wir daher unsere Wandersachen an und marschierten los. Für uns sollte es über den Bahnlehrpfad von Preda zurück nach Bergün gehen. Nach Preda fuhren wir mit der Rhätischen Bahn und genossen dabei einen grandiosen Blick auf die satten grünen Wiesen und die schönen Viadukte. In Preda angekommen machten wir uns auf einer 2,5 stündigen Wanderung auf den Rückweg nach Bergün. Der Weg verlief mal auf, mal ab durch Nadelwälder, an einem Fluss vorbei und durch saftige Bergwiesen. Den ganzen Tag versteckte sich die Sonne hinter keiner einzigen Wolke - wir hatten einen perfekten 1. Urlaubstag.

Freitag, 03.08.12 Der 2. Tag startete leider mit viel Nebel und die Sonne ließ sich nicht blicken. Nichtsdestotrotz zogen wir uns unsere Wandersachen an und fuhren mit der Sesselbahn zum Darlux. Dort startete unser heutige Wanderung - wir wollten bis zur Alp da Tisch und von dort zurück nach Bergün laufen. Als wir auf der Alp da Tisch ankamen, lugte die Sonne hinter den Wolken hervor. Schnell suchten wir uns eine passende Bank, um in der Sonne eine Pause einzulegen. Dort konnten wir auch einige Murmeltiere beobachten...schööön. Ich merkte: Wir waren in den Bergen angekommen! Der Weg ins Tal verlief weiter bei schönstem Sonnenschein und wir planten bereits unsere Weiterreise am nächsten Tag nach Saas Almagell.

Samstag, 03.08.12 Der nächste Tag war gekommen, der Tag auf den ich mich besonders freute. Heute ging es endlich in meine "2. Heimat" nach Saas Almagell. Bis dorthin hatten wir allerdings 250 harte Kilometer vor uns - 2 große Pässe und somit jede Menge Kurven wollten überwunden werden. Wir machten uns am frühen Morgen, bei leider schlechtem Wetter, auf den Weg und ich merkte sofort, dass nicht nur ich, sondern auch Nico sich sichtlich auf diesen Tag freute. Schließlich fährt er doch so gerne Auto und der Tag hielt mit Sicherheit so einiges an Fahrspaß für ihn bereit ;-). Wir verließen also die Graubündener-Berge mit unserem ersten Zwischenziel Disentis/Mustér. Dort wartete der 1. Pass des auf uns: der Oberalppass mit 2.044 Metern. Wir schraubten uns die Passstraße hinauf und begutachteten auf der Passhöhe den ein wenig schneebedeckten Oberalpsee. Ja, es war merklich kälter hier oben...schnell wieder runter und weiter in Richtung Saastal. Unser nächste Station war der Furkapass mit 2.436 Metern. Als wir diesen überquert hatten befanden wir uns im Wallis und was soll ich sagen: die Sonne schien ;-). Unser Weg verlief nun durch das Goms weiter in Richtung Saastal. Kurz vor Mittag bogen wir ins Saastal ein und ich sah endlich "meine" altbekannten Berge. Freude durchstörmte mich und als wir das Ortschild von Saas Almagell passierten fühlte ich mich gleich zuhause. Wir waren angekommen! Meine Eltern freuten sich riesig über unseren Besuch und wir stießen gemeinsam auf unsere gemeinsamen Urlaubstage an. Prost! Damit war der Tag jedoch noch längst nicht vorbei: Nico und ich wollten noch hinauf zum Drehrestaurant auf 3.500 Meter Höhe. Gesagt, getan: Wir überwunden bei unserer Fahrt von Saas Fee zum Drehrestaurant satte 1.720 Höhenmeter, stiegen bei sommerlich warmen Temperaturen in die Seilbahn ein und bei gefühlten 5 Grad wieder aus. Brr – das war ganz schön kalt! Aber die Aussicht von dort oben entschädigte für alles. Das Wallisier Bergpanorama gab sein Bestes und wir kamen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Wir hatten einen herrlichen Rundum-Blick auf zahlreiche Viertausender. Am Abend fallen wir wieder totmüde ins Bett - Mensch, die Bergluft macht einen echt k.o ;-).

Sonntag, 04.08.12Am nächsten Tag fuhren wir alle gemeinsam mit der Sesselbahn zum Aussichtspunkt nach Heidbodme (2.346m). Von dort hatten wir wieder einen schönen Blick auf die Saaser-Bergwelt. Auf dem Weg ins Tal pflückten wir tradionsgemäß Unmengen an Heidelbeeren, welche ich mir so richtig gut schmecken ließ. Mhhhmm, könnte ich die doch nur öfters essen. Das Wetter verschlechterte sich leider nach einiger Zeit und so legten wir zur Sicherheit einen Zahn zu und schauten, dass wir schnell nach Furgstalden kamen und in unserem Stammlokal dem Hotel Alpina einkehren konnten. Hier wartete ein echtes Saaser Rösti auf mich und ein paar Schnäpslis auf Nico und meine Eltern ;-). Was will das Urlauberherz mehr?! Am Ende des Tage nahte leider der Abschied und wir packten unsere Koffer, um am nächsten Morgen die Heimreise anzutreten.

Fazit: Wir hatten eine wunderschöne Zeit in Schweiz, welche wir mit Erinnerungen an saftige Bergwiesen, frische Luft und ein wenig Schnee im Sommer mit nach Hause genommen haben.