USA Westküste und Florida

Drei Wochen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten und der Besuch von fünf verschiedenen Bundesstaaten waren der perfekte Mix aus Städten, Wild-West-Feeling und Stranderholung.

30. April 2015, Düren:Der Wecker zeigt 4:30 Uhr als wir müde die Augen öffnen. Doch schnell wird uns klar, dass es keinen Grund für Müdigkeit gibt. Nun beginnt unsere Hochzeitsreise: Amerika, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten wartet auf uns! Also schnell raus aus den Federn, die letzten Sachen zusammenpacken und ab zum Düsseldorfer Flughafen. Von dort startet unsere große Reise – um 7:20 Uhr fliegen wir zunächst nach London Heathrow. Der Flug ist aufgrund der kurzen Flugzeit relativ unspektakulär: Nach dem Start sind wir schon so gut wie wieder am Boden und so stehen wir 1,5 Stunden später bereits im großen Flughafenterminal von London Heathrow. Hier „gönnen“ wir nun gute drei stündigen Aufenthalt bis unser Direktflug nach San Francisco abhebt. Also mal schauen was die zahlreichen Duty Free Shops so zu bieten haben... Gegen 11 Uhr beginnt dann das Boarding und wir nehmen unsere Plätze in der vorletzten Reihe der Boeing 747 von British Airways ein. Natürlich sollte auch diese Boeing 747 nicht größer sein als ihre Brüder und mein Mann hatte somit schon vor dem Start Grund zum Klagen. Das diese Flieger aber auch immer sooooo eng bestuhlt werden müssen… Schon bald sind wir „Ready for Take-Off“ und das Flugzeug hebt ab. London wird unter uns kleiner und kleiner und wir machen es uns in unseren Sitzen so gemütlich es eben geht. Die nächsten Stunden verbringen wir mit essen, schlafen und Filme gucken. Der elfstündige Flug geht dann tatsächlich irgendwann einmal dem Ende entgegen und wir beginnen den Sinkflug. Ganz nervös schaue ich aus dem Fenster und versuche einen Blick auf die Golden Bridge zu erhaschen. Zumindest das Wetter meint es gut mit uns – wolkenloser Himmel über San Francisco! Wenn wir jetzt noch die richtige Einflugschneise wählen, dann sollte es mit dem ersten Golden Gate-Foto klappen. Und tatsächlich: Da ist sie! Die berühmte Golden Gate zu unserer Linken. Viele Menschen zücken ihre Kameras und schießen ein paar Erinnerungsfotos. Sie strahlt rot golden in der Sonne und die Vorfreude auf die Stadt wächst somit ungemein! Wir lassen den Blick über die City by the Bay, wie San Francisco auch genannt wird, schweifen und schauen zu wie wir dem Boden immer näher kommen. Nur wenige Minuten später sind wir gelandet und nun heißt es ab zum Immigration Officer. Damit wir nicht zu lange in der Schlange stehen müssen, machen wir auf „Typisch deutsch“ und überholen auf dem Weg noch ein paar Personen. Doch irgendwann ist auch für uns einfach Warten angesagt. Ungefähr 1,5 Stunden stehen wir uns die Füße platt bis wir endlich an der Reihe sind. Wir erwischen einen sehr netten Immigration Officer und plaudern mit ihm über unsere Hochzeit und unsere Route durch die USA. Mit dem Einreisestempel in unseren Pässen verabschiedet uns der Officer dann mit einem „Welcome to the United States of America“. Juhuuuuuu – wir sind da. Es kann losgehen! Jetzt flott die Koffer abholen und den Mietwagen aussuchen. Wir sind tierisch gespannt, welche Autos in der Choiceline von Alamo stehen. Dort angekommen ist die Choiceline leider relativ leer – nur 4-5 Autos stehen in der SUV Midsize Kategorie bereit - doch wir werden dennoch schnell fündig. Mein Mann – notorischer Autofan – entscheidet sich für das offensichtlich beste „Pferd im Stall“ und sucht uns einen voll ausgestatteten Jeep Cherokee mit 4300 Meilen auf dem Tacho aus. Nun noch schnell ein paar Formalitäten erledigen und dann geht’s los in Richtung Galleria Park Hotel. San Francisco empfängt uns mit sonnigen 27 Grad, die Sonne strahlt vom Himmel und wir biegen in den Stadtverkehr ein. Irgendwie sind wir froh, dass wir anscheinend mitten in die Rushhour kommen und die Straßen dementsprechend voll sind. Aber so werden wir zumindest nicht gehetzt und können uns erstmal an alles Neue gewöhnen. Der Deutsche ist schließlich ein Gewohnheitstier! In der Innenstadt wird der Verkehr dichter, die Gebäude immer höher und wir wissen: Bald müssen wir da sein! Nach einer Dreiviertelstunde kommen wir dann auch an unserem Hotel in der Nähe des Union Square an und checken ein. Die Begrüßung ist überaus freundlich, die Lobby strahlt in typischen Art Deco Stil, unser Zimmer ist modern und hell eingerichtet :-). Aber bei 172€ pro Nacht darf man das auch erwarten. Trotz der ganzen Aufregung macht sich jedoch langsam die doofe Zeitverschiebung bemerkbar - schließlich sind es Zuhause nun schon 2 Uhr nachts. Aber wir müssen noch ein paar Stunden durchhalten und so beschließen wir noch eine Runde um den Block zu gehen. Also raus ins Getümmel und die erste Eindrücke aufsaugen. Wir schlendern die Sutter Street entlang und können die Blicke gar nicht von den zahlreichen Wolkenkratzern abwenden. So hoch und so viele – das haben wir bisher noch nirgendwo gesehen. Am Straßenrand säumen sich kleine Geschäfte und Restaurants aneinander. San Francisco gefällt uns auf Anhieb :-)! Schon bald kommen wir bei Lory´s einem typisch amerikanischen Dinner vorbei und beschließen dort etwas zu essen. So ein Flugzeug-Essen macht ja nun doch nicht so richtig satt... Wir gehen hinein und sind sofort in einer anderen Welt: das Amerika der 50er Jahre erwartet uns. Das Dinner ist im Retro-Look mit einem alten Cadillac, rot bezogenen Stühlen und schwarz/weißem Fußboden ausgestattet. Alles eben ganz genau so wie wir es aus alten amerikanischen Filmen kennen. Ein wirklich gelungener Auftakt für unsere erste große USA-Reise. Und was ist unser erstes Essen in Amerika? Natürlich Burger! Nach nur wenigen Minuten kommt der Kellner mit zwei riesigen Tellern und noch viel größeren Portionen darauf. Da kann Mc Donalds und Burger King in Deutschland wirklich einpacken. Einfach köstlich! Wir lassen es uns so richtig schmecken und schlendern danach mit vollem Bauch zurück ins Hotel. Vom Anreisestress nun langsam doch ein bißchen geplättet, legen wir noch ein wenig die Füße hoch und schon ganz bald siegt die Erschöpfung... wir schlafen ein.

01. Mai 2015, San Francisco: Wie befürchtet lässt uns der Jetleg nicht lange schlafen: Bereits um 6 Uhr sind wir topfit und starten in den Tag. Nach zahlreichen Empfehlungen im Internet wollen wir heute bei „Mama´s“ frühstücken. Ein kleines aber anscheinend sehr bekanntes Restaurant, welches fantastisches Frühstück serviert und mit langen Warteschlangen aufwartet. Als wir unseren Cherokee um 07:15 Uhr unweit des Restaurants parken, sehen wir doch tatsächlich schon 8 Personen vor dem Gebäude stehen. Unglaublich – habe die alle mal auf die Uhr geguckt?! Nun ja, zumindest sind wir zuversichtlich, dass wir einen der begehrten Tische bekommen werden. Und so ist es auch! Pünktlich um 8 Uhr werden die Türen geöffnet und wir ergattern einen der ersten Plätze. Der Duft von frisch gebrühtem Kaffee und frisch gebackenem Brot und Kuchen erfüllt die Luft und wir bekommen so richtig Lust aufs Frühstück. Wir bestellen uns Pancakes mit Erdbeeren und Bananen und einen frisch gepressten Saft dazu. Als die Bedienung mit unserem Frühstück kommt, sind wir erstmal sprachlos: Ein Pfannkuchen ist mindestens 1,5 Zentimeter dick und rund herum mit köstlichen Früchten belegt. Ein wahrer Augen- und Gaumenschmaus! Wir schlagen kräftig zu – es schmeckt einfach hervorragend. Die Bewertungen im Internet haben also nicht gelogen – gut, dass wir heute so früh aufgestanden sind: Danke Jetleg ;-)! Nach diesem leckeren Frühstück gehen wir die weitere Tagesplanung an: Heute wollen wir den 49-Mile Scenic Drive in einer leicht abgewandelten Form fahren. Wir starten an der Lombard Street, eine der berühmtesten Serpentinenstraßen der Welt. So früh am Morgen sind dort kaum Touristen unterwegs und wir können die Straße ganz entspannt und für uns alleine hinunterfahren. Das die Straße steil ist, wussten wir – das sie jedoch sooooo steil ist, hätten wir wirklich nicht gedacht! Als wir mit unserem Cherokee oben am Scheitel stehen, sehen wir lediglich die Straßenkante, jedoch nicht die Straße wie sie abwärts weiter verläuft. Sehr abenteuerlich! Es ist klasse die Serpentinen, zwischen den herrlich angelegten Blumenbeeten, hinunter zu fahren und dabei von keinem anderen Auto gedrängelt zu werden. Und zum ersten Mal macht sich unsere GoPro Hero in diesem Urlaub bezahlt. Mit ihrem angeschlossenen Selfie-Stab filme ich die Fahrt über die Lombard Street und höre dabei plötzlich lautes Gekreische vom Wegesrand „Look at the Camera, look at the Camera!“. Ähm jaaaaa – eigentlich ist so etwas doch Standard heutzutage, oder? Noch nie jemand einen Selfie-Stab gesehen :D?! Unser nächstes Ziel ist Fort Point: Das mit roten Ziegelsteinen gemauerte Fort liegt herrlich am Anfang/Ende der Golden Gate Bridge und wurde damals erbaut, um den Zugang zur San Francisco Bay zu schützen. Heute dient das Fort als Museum, welches wir zwar nicht besuchen möchten, aber die fantastische Lage dient uns als sehr schönes Fotomotiv. Die Sonne strahlt mit dem blauen Himmel um die Wette und wir genießen die herrliche Aussicht. So hatten wir vor einigen Tagen Zuhause noch gedacht, dass wir die Brücke sicherlich nur in Nebelschwaden sehen werden und heute werden wir eines besseren belehrt. Majestätisch steht sie da und leuchtet im Sonnenschein! Wir können unser Glück wirklich kaum fassen. Nach einigen Minuten reißen wir uns dennoch los und fahren weiter zum Baker und Ocean Beach. Von dort haben wir ebenfalls eine atemberaubende Sicht auf die berühmte Brücke. Hier lassen wir einfach ein wenig die Seele baumeln, genießen den herrlichen Rundumblick und beobachten die Einheimischen bei ihrem morgendlichen Workout oder dem Spaziergang mit dem Hund. Obwohl es noch relativ früh ist, ist schon erstaunlich viel los. Uns gefällt´s :-)! Unser nächstes Ziel sollte eigentlich der Lake Merced sein – ein See, der obwohl er in unmittelbarer Nähe zum Pazifik liegt mit Süßwasser gefüllt ist. Doch leider werden wir kurz vor der Einfahrt von Sicherheitsleuten angehalten und darauf hingewiesen, dass wir aufgrund eines Golfturniers den Lake Merced leider nicht besuchen können. Schade, aber einen Versuch war es wert – aber lassen wir den Golfern ihren Spaß! So fahren wir kurzentschlossen zum Golden Gate Park, der grünen Oase von San Francisco. Was kaum jemand weiß: Er ist größer als der Central Park in New York City und mit 800 Meter Breite und einer Länge von 5 Kilometern ist er einer der größten innerstädtischen Parkanlagen der Welt. Zunächst fahren wir mit dem Auto hindurch, sehen saftige Wiesen, schön angelegte Rosengärten und jahrhundertealte Bäume, bevor wir unseren Jeep am Stow Lake parken und eine kleine Pause einlegen. Der Stow Lake ist der größte See im Golden Gate Park und wird von Einheimischen und Touristen gerne als Erholungsstätte besucht. Wir setzen uns auf eine Bank, genießen die Sonne und das Treiben rund um den See. Eichhörnchen flitzen über den Waldboden, Menschen die gemütlich spazieren gehen oder mit den anzumietenden Tretbooten über den See fahren. Ein wirklich schöner Ort um den Großstadttrubel zu entkommen :-). Mit den Painted Ladies steht einer der berühmtesten Sehenswürdigkeiten der Stadt als nächstes auf unserem Programm. Die weltbekannten viktorianischen Häuser liegen am Alamo Square einer kleinen Parkanlage. An der steil abfallenden Straße fallen die sechs Häuser mit ihren leuchtenden Farben und ihrer Liebe zum Detail richtig auf. Die Fotoapparate der Touristen klicken um die Wette – jeder möchte einfach das schönste Foto schießen. Und dazu ist diese Kulisse auch wirklich ideal: Vom Alamo Square hat man nämlich nicht nur einen tollen Blick auf die Painted Ladies, sondern gleichzeitig auch einen atemberaubenden Blick auf die Stadt. In weiter Ferne sehen wir beispielsweise die Transamerica Pyramid wie sie steil aus den Wolkenkratzern von Downtown San Francisco hervorsticht. Und weil uns die Aussicht so gut gefällt, legen wir in der warmen Frühlingssonne eine kleine Pause ein. Wie zahlreiche andere machen wir es uns auf der großen Wiese für einige Minuten bequem, bevor wir uns nach Haight Ashbury aufmachen. Haight Ashbury gilt als Hippie-Viertel der Stadt und als wir mit unserem Cherokee hindurchfahren sehen wir viele bunt bemalte Häuser, skurrile Läden und Autos mit auflackierten Peace-Zeichen und natürlich Hippies mehrerer Generationen. Dieses Viertel ist wirklich ganz anders als alles was wir bisher von der City by the Bay gesehen haben. Einfach Flower Power pur! Von dort ist es auch schon nicht mehr weit bis zu den zweithöchsten Hügeln der Stadt. Mit rund 300 Metern Höhe sind die Twin Peaks eine der wenigen Stellen von denen aus man den Pazifik, die Bay, die Skyline, Downtown, die Golden Gate und die San Francisco Oakland Bay Bridge gleichzeitig sehen kann. Da sich das Wetter langsam ein wenig verschlechtert, hoffen wir das wir oben angekommen eine schöne Rundumsicht haben werden. Und wir haben Glück: das ganze Panorama liegt vor uns. Eingepackt von Wölkchen links und rechts haben wir eine herrliche Sicht auf die Bayarea. Auch wenn uns ein kalter Wind um die Nase weht und wir die Golden Gate leider (als Einziges!) nicht sehen können, hat es sich doch gelohnt nach hier oben zu fahren. Erst jetzt wird uns die Größe der Stadt so richtig bewusst! Um gleich beim Thema „Panorama“ zu bleiben, steuern wir als nächstes den Mission Dolores Park an. Dort tummeln sich zu unserem Erstaunen wirklich viele Menschen. Es wird faul in der Sonne gelegen, Musik gemacht oder auch einfach nur kühles Bier getrunken. Wir schauen ein wenig zu und lassen uns vom Feeling und der schönen Aussicht mitreißen. San Francisco begeistert vor allem mich immer mehr! Als letzten Tagespunkt haben wir noch das Noe Valley Viertel auf unserem Programm. Nicht weit vom Mission Dolores Park entfernt, liegen in dieser sehr hügeligen Gegend die angeblich besten erhaltenen viktorianischen Häuser der Stadt. Wir erkunden die Gegend aus unserem Auto heraus, fahren eine Vielzahl von Straßen entlang und können nur staunen wie schön und mit wie viel Liebe zum Detail die Häuser gepflegt werden. Blau, gelb, rot – in allen erdenklichen Farben sind sie wunderschön gestrichen und anzusehen. In diesem schönen Viertel von San Francisco geht dann ein toller Tag mit zahlreichen Highlights langsam dem Ende entgegen. Eigentlich stehen nun als letzter Tagesordnungspunkt für heute die Marin Headlands auf dem Programm. Da sich das Wetter aber mittlerweile merklich verschlechtert hat und ein Blick ins Internet auf die Webcam der Golden Gate auch nicht gutes verheißt – nur Nebel, Nebel, Nebel – beschließen wir den Tag hier ausklingen zu lassen. Morgen geht´s weiter…ein letzter Tag in San Francisco liegt vor uns.

02. Mai 2015, San Francisco: In der Nacht wachen wir sehr oft auf – der Jetleg lässt grüßen! Wir schaffen es aber dennoch bis 7 Uhr irgendwie im Bett zu bleiben und machen uns dann fertig für den Tag. Da unser Magen heftig knurrt, beschließen wir für das Frühstück das gemütliche Café „Bread and Cocoa“ direkt neben unserem Hotel zu nutzen und keinen langen Fußmarsch auf uns zunehmen. Und anscheinend haben wir damit einen echten Glückgriff gelandet. Das Café ist brechend voll und die Leute stehen beinahe zur Türe raus. Während wir warten versuchen wir das Prinzip des Cafés zu verstehen. Anscheinend bekommt man eine Bestellnummer genannt, welche dann einige Minuten später von der Köchin aufgerufen wird. Klingt erstmal nicht schwer – doch leider sprechen die Bedienungen so heftiges amerikanisches Englisch das wir nur mit Mühe und Not etwas verstehen :D. Schon bald sind wir an der Reihe, bestellen uns zwei leckere belegte Toasts und warten gespannt bis unsere Nummer aufgerufen wird. Und tatsächlich tönt schon bald eine schrille Stimme durch das Café und ruft „Tweeentyyy eiiiight“. Das sind wir – flott die Toasts abgeholt und dann haben wir es uns erstmal richtig schmecken lassen. Gut gestärkt gehen wir zurück in unser Hotelzimmer, packen unseren Rucksack für den Tag und marschieren gegen 9 Uhr los. Heute wollen wir die Innenstadt von San Francisco zu Fuß erkunden und starten dabei mit dem Dragon Gate – dem Eingang zu Chinatown. Das chinesische Viertel von San Francisco ist eines der größten Chinatowns außerhalb Asiens und deshalb unbedingt einen Besuch wert. Sobald wir durch das „Drachentor“ gehen, sind wir in einer anderen Welt. Wir sind von unzähligen kleinen Geschäften umgeben, welche fernöstliche Waren, wie Gewürze, Porzellan, Seide und Jadeschmuck anbieten. Die typische asiatische Architektur der Gebäude ist dabei unverkennbar. Wir schlendern durch einige Straßen dieses kleinen Stückchen Asiens mitten in San Francisco, bevor wir unseren Weg in Richtung Transamerica Pyramid fortsetzen. Nur wenigen Minuten von Chinatown entfernt schraubt sich dieses gewaltige Bauwerk mit 260 Metern in die Höhe. Mit ihrer Pyramidenform sticht sie damit aus allen benachbarten Wolkenkratzern deutlich hervor – so eine Gebäudeform sieht man eben nicht alle Tage! Als nächstes wollen wir noch einmal zur Lombard Street. Gestern sind wir die berühmteste Serpentinenstraße der Stadt zwar bereits mit dem Auto abgefahren, doch heute wollen wir noch einmal dort hin, um uns das Schauspiel von unten anzuschauen. Ein kleiner Fußmarsch von rund einer Meile die Columbus Avenue entlang, steht uns nun bevor und so laufen wir munter drauf los. Zu Fuß ist für uns immer die schönste Weise eine Stadt zu entdecken. Am Wegesrand und vor allem abseits der üblichen Touristenpfade erkennt man so die „kleinen Schätze“ der jeweiligen Städte. Die Dinge, die die Städte ausmachen. Man erhält einfach ein Gefühl für das wahre Leben in der Stadt! Während wir also die Columbus Avenue entlang laufen entdecken wir immer wieder urige kleine Restaurants oder Cafés, wo die Einheimischen ihren Morgen genießen. Sehen einen wunderschön angelegten Park, wo sich Männer und Frauen zum Frühsport einfinden oder Hunde die mit ihren Herrchen Gassi gehen. Hier pulsiert das wahre Leben der Stadt :-)! Irgendwann biegen wir links in eine Seitenstraße ab und sofort geht es steil bergauf. Schön in der warmen Frühlingssonne kämpfen wir uns Schrittchen für Schrittchen den Berg hinauf. Sauerstoffzelt, wo bist du :-D?! Doch weit kann es nicht mehr sein – oben am Scheitel sehen wir schon einige Leute mit ihren Fotoapparaten stehen. Und so ist es auch: Nur wenige Minuten später kommen wir schnaufend an der Straßenkreuzung an und blicken auf die steile Serpentinenstraße. Mittlerweile ist es später Vormittag und es herrscht reger Betrieb. Auto an Auto schlängeln sich die Wagen im Schneckentempo die Straße hinunter und an der Straßenkreuzung stehen gemeinsam mit uns sicherlich mehr als 30 Personen. In diesem Moment sind wir sehr froh, dass wir die Straße gestern bereits in den frühen Morgenstunden gefahren sind – ohne Hektik und Stress! Wir machen einige Erinnerungsfotos und schlendern anschließend die Straße hinunter in Richtung Fisherman´s Wharf. Auf der Jefferson Street beginnen wir unseren Fisherman´s Wharf-Spaziergang. Gleich zu Beginn sehen wir viele Straßenmusiker und Straßenkünstler die sich den einen oder anderen Dollar dazu verdienen möchten. Kleine und große Restaurants sowie Seafoodstände reihen sich aneinander und dementsprechend riecht es überall relativ stark nach Fisch. Aber schließlich sind wir an der Fisherman´s Wharf – was will man dort anderes erwarten ;-). Wir lassen uns einfach treiben, werfen einen Blick in einige der kleinen Shops und legen anschließend auf einer Bank eine kleine Mittagspause in der Sonne ein. Das Wetter meint es heute wieder gut mit uns, sodass wir beschließen am Spätnachmittag noch einmal die Fahrt in Richtung Marin Headlands zu unternehmen. Aber zunächst zieht es uns weiter zum Pier 39. Als Touristenmagnet Nummer 1 ist dort natürlich die Hölle los! Hier sind die Gehwege fast schon überfüllt und die Menschen schieben sich förmlich von Ampel zu Ampel – das ist nichts für uns. Wir gehen einige Meter weiter um den Seelöwen einen Besuch abzustatten. Und diese sind auch in großer Zahl vorhanden. Auf ihren Stegen liegen sie zu hunderten in der Sonne. Einige faul und völlig teilnahmslos, andere machen einen Heidenlärm und haben ihren Spaß daran, sich gegenseitig von den Holzplattformen ins Wasser zu stoßen. Es ist einfach köstlich ihnen dabei zuzuschauen! Anschließend schlendern wir noch einige Meter an der Fisherman´s Wharf entlang, bevor wir in die Battery Street einbiegen und diese fast komplett hinauflaufen bis wir auf die Straße zu unserem Hotel abbiegen. Fürs Erste haben wir uns mit dieser Sightseeing-Runde heute die Füße mächtig platt gelaufen. In den fast 5 Kilometern haben wir viel gesehen, viel erlebt, aber jetzt ist erstmal genug mit Laufen. Zurück am Hotel schnappen wir uns unseren Cherokee und düsen los in Richtung Marin Headlands. Hoffentlich haben wir heute mehr Glück und können von der anderen Seite der Bucht einen Blick auf San Francisco und die Golden Gate werfen… Einige hundert Meter vor der Auffahrt auf die Golden Gate haben wir dann plötzlich Stau. Nichts geht mehr – minutenlang geht es nur noch im Schneckentempo voran. Kurz vor der Brücke löst sich der Stau dann endlich auf und wir können wieder Gas geben. Also schnell die GoPro auspacken und die ganze Fahrt über die Brücke filmen :-). Rot golden strahlt das Wahrzeichen von San Francisco über uns. Die riesigen Brückenpfeiler sehen von hier noch viel imposanter aus als bisher von den zahlreichen Aussichtspunkten. Am Ende der Brücke biegen wir nach links in die Marin Headlands ab. Nun folgt eine traumhaft schöne Strecke. Entlang der Küste schraubt sich die Straße Meter für Meter in die Höhe und bietet dabei unglaubliche Aussicht auf die Golden Gate. Wir erwischen uns dabei wie wir hinter jeder Kurve erneut „Oooohhh“ und „Guck mal da…“ sagen. Nur kleine Wölkchen verdecken ab und zu die warme Frühlingsonne und so schaffen wir sogar ein Foto in windiger Höhe mit unseren für die Reise entworfenen T-Shirts. Wir klappern anschließend jeden der einzelnen Aussichtspunkte ab und für uns ist schnell klar, so einen herrlichen Blick auf die Brücke bekommen wir so schnell nicht wieder! Die Strecke zurück zum Hotel verläuft diesmal ohne Stau. Nach einer guten halbe Stunde sind wir schon wieder zurück und ziehen uns für den Abend ein paar wärmere Sachen an. Es steht nämlich die Alcatraz Night Tour auf dem Programm. Monate im Voraus bereits von zuhause gebucht, sind wir nun ganz gespannt, ob die vielen positiven Bewertungen zurecht vergeben werden. Doch bevor wir am Pier 33 in die Fähre Richtung Alcatraz steigen können, müssen wir erstmal wieder in Richtung Pier / Fisherman´s Wharf kommen. Und da eine Fahrt mit der Cable in San Francisco bekanntlich nicht fehlen darf, entscheiden wir uns mit der „Powell-Hyde-Line“ von der Market Street bis zur Fisherman´s Wharf zu fahren. Also spazieren wir zunächst wieder in Richtung Union Square, bevor wir schon bald an der Wendestelle der Cable Car in der Market Street ankommen. Leichtgläubig wie wir sind, dachten wir: Gehen wir einfach mal hin - eine Cable Car wird schon irgendwann kommen“. Doch als wir um die Ecke biegen trauen wir unseren Augen kaum: Eine riesige Schlange hatte sich um den Wendepunkt der Cable Car gebildet und grob kalkuliert sah das nach mindestens 30 Minuten warten aus. Nun gut – ändern können wir es sowieso nicht, also ist von nun an warten angesagt. Die Wartezeit wird uns jedoch angenehm verkürzt in dem wir mit einem Amerikaner und seinem Sohn ins Gespräch kommen. Dieser - wie sollte es anders sein – hat einen Bruder, welcher in Deutschland lebt :D. Die nächste halbe Stunde plaudern wir locker über das Leben in Amerika und Deutschland und merken so überhaupt nicht, dass wir schon bald am Anfang der Schlange angekommen sind. Die nächste Cable Car wird wohl unsere sein! Tatsächlich ergattern wir als eine der ersten Passiergiere einen der begehrten Plätze in der nächsten Bahn und freuen uns nun tierisch auf die Fahrt. Die Linie, welche wir uns ausgesucht haben, ist laut Beschreibungen die beliebteste Strecke mit den steilsten Straßen und der besten Aussicht! Na dann mal los… Der Gripman – der Fahrer/Steuermann der Cable Car – versetzt dem Wagon einen kräftigen Ruck und los geht´s. Die Strecke führt zunächst sehr steil bergauf und wir schauen dem Gripmann ganz fasziniert bei seiner Arbeit zu, während wir durch die schönen Straßen von San Francisco fahren. Zwischendurch steigen immer wieder Leute zu und hängen sich von außen an die Cable Car ran. Es ist tatsächlich so wie wir es schon auf vielen Fotos oder Filmen gesehen haben. Wenigstens für ein Erinnerungsfoto würde auch ich mich gerne einmal von außen an die Cable Car hängen. Aber aufgrund der Vielzahl von Mitfahrern ist ein „Umsetzen“ oder mal schnell „Dranhängen“ leider nicht möglich. Das muss also bis zum Ende der Fahrt warten…Nach ungefähr 10 Minuten geht es dann plötzlich steil bergab und nun hat der Gripman alle Hände voll zu tun. Bremsen, schalten – was auch immer er dort tut – es sieht höchst professionell und ziemlich anstrengend aus. Wir erhaschen einen ersten Blick auf die Gefängnisinsel von Alcatraz und sehen ein wenig später die Golden Gate, wie sie in der abendlichen Sonne beginnt zu glühen. Nach etwa einer halben Stunde kommen wir an der Fisherman´s Wharf an und gehen von nun an bis zum Pier 33 zu Fuß. Es ist nicht mehr ganz so voll wie am Mittag und wir können die Stimmung viel mehr genießen. Wir schlendern daher ganz gemütlich in Richtung Alcatraz Fähre, saugen noch einmal alle Eindrücke in uns auf und stehen dann pünktlich zum Boarding am Pier 33. Unsere vorab gebuchten Tickets werden kontrolliert und schon dürfen wir auf die Fähre. Wir sichern uns einen Platz auf dem Außendeck, da wir uns ein bisschen Meeresluft um die Nase wehen lassen wollen und den tollen Blick auf die City by the Bay genießen wollen. Die Überfahrt ist ganz schön schaukelig, dem ein oder anderen wird schon etwas grün um die Nase, aber wir sind von unseren AIDA-Kreuzfahrten schlimmeres gewöhnt. Obwohl auf dem Meer ein kalter Wind weht, freuen wir über die tolle Aussicht auf die Stadt und die Golden Gate. Vom Wasser aus sieht doch alles immer noch ein wenig anders aus :-). Schnell kommen wir der berühmtesten Gefängnisinsel der Welt näher und es heißt: Alle Mann von Bord. Die Night Tour kann beginnen! Angekommen am Pier erhalten wir von einem Ranger zunächst einige Informationen zur Geschichte von Alcatraz, bevor wir vom Anlegesteg einen etwa 400 Meter langen Weg in Richtung Gefängnisgebäude hinauf gehen. Wir kommen dabei an der ehemaligen Küche, der Waschküche oder auch an den Quartieren der Wärter vorbei. Obwohl all diese Gebäude schon sehr zerfallen sind, ist doch eine ganz besonders Stimmung spürbar. Mittlerweile ist es ganz dunkel geworden, ein eiskalter Wind pfeift über die Insel und für uns steht fest: Hier möchten wir nicht festsitzen – irgendwie ein unheimlich Ort! Als wir am Hauptgebäude ankommen, erhalten wir einen deutschen Audioguide und laufen von nun an frei im Gebäude umher. Wir laufen viele bekannte Punkte innerhalb des Gefängnisses ab. Sehen z.B. den Broadway, den zentralen Gang der Insassen oder können einen Blick auf den damaligen Sportplatz werfen. Währenddessen erhalten wir über den Audioguide eine Menge Hintergrundinformationen und teilweise kommen sogar ehemalige Insassen zu Wort und erzählen ihre Geschichte. Nach rund 3 Stunden verlassen wir Alcatraz wieder und der Besuch hat einige Spuren bei uns hinterlassen. Für uns ist es kaum vorstellbar, wie es sein muss auf dieser Insel für Jahrzehnte eingesperrt zu sein und mit dem täglichen Blick auf San Francisco der Freiheit so nahe zu sein. Gegen 21:00 Uhr kommen wir wieder am Pier 33 an und nehmen uns ein Taxi zum Lory´s Dinner. Nach diesem erlebnisreichen Tag haben wir mächtig Hunger und gönnen uns ein leckeres Abendessen, bevor wir nur noch eines wollen: Füße hochlegen. Gute Nacht!

03. Mai 2015, San Francisco - Monterey: Gegen 6 Uhr reißt uns der Wecker unsanft aus unseren Träumen. Erster Gedanke des Tages: „Boah, haben wir gut geschlafen :-)!“ Zweiter Gedanke: „Heute ist Sonntag...unser Roadtrip beginnt...wir fahren nach Monterey. Juhuuuu!“. Also keine Zeit verlieren. Schnell frisch machen, Sachen wieder in den Koffern verstauen und dann kann es losgehen! Bereits um 7 Uhr sitzen wir abfahrbereit in unserem Cherokee und unser Amerika-Roadtrip kann endlich beginnen. Wir programmieren unser Navi zunächst auf einen Safeway-Markt in Gilroy. Bevor wir ab 10 Uhr die dortigen Premium Outlets stürmen, wollen wir unseren Ersteinkauf mit allem was wir für unseren Roadtrip benötigten, dort erledigen. Laut Navi sind es bis dorthin etwa 80 Meilen und in nicht mal 1,5 Stunden sind wir dort. Wie dem auch sei, erstmal müssen wir raus aus der Stadt. Durch die frühe Tageszeit ist nur sehr wenig los auf den Straßen von San Francisco und so befinden wir uns ganz schnell auf der Oakland Bridge und fahren stadtauswärts. Ein letzter Blick zurück auf die City by the Bay mit der Golden Gate als ihr Wahrzeichen und wir lassen die letzten Tage Revue passieren. San Francisco hat uns unglaublich fasziniert. Wir haben eine unglaublich sehenswerte Stadt mit sehr zuvorkommenden Menschen besucht. Ihr Wahrzeichen die Golden Gate hat uns förmlich umgehauen...bei der Anzahl der Brückenbilder könnte man meinen wir wären einen ganzen Tag allein nur dort gewesen :D. Wir sind uns sicher: Hier waren wir nicht zum letzten Mal – San Francisco wir sehen uns wieder! Wir fahren dann jedoch zügig weiter Richtung Gilroy. Zunächst nehmen wir die Interstate 880 in südlicher Richtung bis nach San Jose wo wir dann auf den Highway 101 abbiegen. Dieser bringt uns direkt zum Safeway nach Gilroy. Nun steht also unser erster großer amerikanischer Einkauf an. Der Parkplatz ist riesengroß, aber relativ leer. Im Grunde auch kein Wunder – schließlich ist es noch sehr früh und das an einem Sonntag! Wir schnappen uns einen Einkaufswagen und gehen hinein. Nach und nach wandern die typischen Roadtrip-Utensilien in unseren Wagen: Kühlbox, Getränke, Müsliriegel, Obst und ein paar Süßigkeiten. Bei manchen Preisen schütteln wir jedoch den Kopf: Wieso kostet 1 Apfel ca. 1 Dollar, aber 1 Galleone Eistee schlägt nur knapp 3 Dollar zu buche?! Bei mehren Produkten fällt uns auf, dass alles was ungesund ist, günstig ist und alles was einigermaßen gut für unseren Körper ist, wird zu einem sehr teuren Preis angeboten. Aber nun ja: Das ist eben Amerika ;-). Mein Mann freut sich, dass er seinen geliebten Arizona Eistee endlich mal zum Schnäppchenpreis erhält und so steuern wir mit unserem voll geladenen Einkaufwagen nach einiger Zeit zur Kasse. Unser Einkauf schlägt, dank der zuvor erstellten Kundenkarte, mit nur 56 Dollar zu buche – laut Kassenbeleg sparen wir alleine bei diesem Einkauf satte 14 Dollar. Danke, Kundenkarte ;-). Wir genehmigen uns noch ein schnelles Sandwich bei Subway, bevor wir die Gilroy Premium Outlets ansteuern. Pünktlich zur Öffnung um 10 Uhr parken wir unseren Cherokee und shoppen nun die nächsten 1,5 Stunden nach Lust und Laune. Die Preise sind für unsere Verhältnisse wirklich der Hammer: Tommy Hilfiger Polos für nur $19 – davon träumen wir in Deutschland. Und so wandert Teil für Teil in zahlreiche Einkaufstüten und wir kommen voll bepackt wieder an unserem Auto an. Nun gehen wir die letzten 45 Meilen des Tages an: Auf nach Monterey. Am Wegesrand gibt es immer mal wieder einige interessante Dinge zu entdecken – und je näher wir Monterey kommen, desto schöner wird die Landschaft und das Wetter. Kurz vor Monterey strahlt die Sonne vom wolkenlosen Himmel, wir fahren parallel zur Küste und genießen die herrliche Aussicht auf das blaue Meer und die davorliegenden weißen Sanddünen. In Monterey angekommen, suchen wir zunächst unser Hotel, das Best Western Plus Monterey Inn, auf in der Hoffnung vielleicht schon einchecken zu können. Aber leider Fehlanzeige – wäre ja auch zu schön gewesen. Also lassen wir unser Auto samt Gepäck in der hoteleigenen Tiefgarage stehen, nehmen uns noch eine warme Jacke aus dem Koffer und schon schlendern wir in Richtung Stearns Wharf. Sicherlich fragt ihr Euch jetzt: Warum brauchen die denn eine warme Jacke?! Ehrlich gesagt fragen wir uns das bei diesem traumhaften Wetterchen auch. Aber wir haben ab 13:30 Uhr eine Whale Watching Tour gebucht und wir wurden vom Anbieter mehrfach darauf hingewiesen, dass wir warme Kleidung mitnehmen sollen. Also tun wir brav was er sagt und kommen samt Softshell-Jacken schon bald an der Wharf an. Hier gefällt es uns auf Anhieb: Es säumen sich hübsche kleine Geschäfte, Souvenirshops und Restaurants aneinander, Möwen fliegen umher und wir sehen sogar einen kleinen Seelöwen im Hafenbecken schwimmen. Monterey scheint ein kleines Wunderland für Meeresbewohner zu sein :-). Wenn wir schon im Hafenbecken einen Seelöwen entdecken, ob unser Traum dann später tatsächlich wahr werden soll und wir bekommen einen oder sogar mehrere Wale zu Gesicht?! Bis zum Start der Tour suchen wir uns ein schönes Plätzchen in der Sonne und genießen die wunderbare Aussicht. Doch schon bald geht es es los. Wir suchen uns am Heck des Bötchens ein sonniges Plätzchen und sind ein klein wenig aufgeregt als der Captain den Motor anwirft und wir langsam aus dem Hafenbecken gleiten. Schon jetzt sehen wir unzählige kleine und größere Seelöwen, welche entweder faul in die Sonne liegen oder miteinander spielen. Unser Captain erzählt uns währenddessen ein wenig über das Verhalten und den Lebensraum dieser unglaublichen Tiere. Als wir das Hafenbecken verlassen und immer weiter auf den offenen Pazifik hinausfahren, haben wir eine wunderbare Aussicht auf Monterey und die daran anschließende Küstenlinie. Der Wind frischt jedoch merklich auf und wir ziehen uns unsere Jacken an – sollte der Touranbieter also doch recht behalten ;-). Die Wellen werden höher und höher und das Bötchen beginnt schon bald heftig zu schwanken. Es geht nach links und rechts. Jetzt heißt es: Schön den Horizont im Auge behalten. Sonst geht es uns vielleicht gleich so wie 1-2 anderen Personen an Bord. Diese sehen nämlich schon leicht grün um die Nase aus und scheinen sich am liebsten von diesem Boot beamen zu wollen :D. Wir bleiben an Deck stehen, genießen die Aussicht und die aufspritzende Gicht des Fahrwassers. Ein ganz klein bisschen Kreuzfahrt-Feeling kommt bei uns auf :-)! Wenn uns der frische Meereswind um die Nase weht und wir ein sanftes Schwanken unter unseren Füßen wahrnehmen geht es uns einfach gut – wir fühlen uns auf Schiffen einfach wie Zuhause :-)! Aber genug von der Kreuzfahrt-Schwärmerei – wir sind auf dem Pazifik und hoffentlich kurz davor ein paar Wale zu sehen. Nach etwas einer Dreiviertelstunde drosselt der Captain den Motor und einer seiner Skipper kommt mit einem Fernglas hinaus. Wir müssen den größten Tieren der Weltmeere also schon ganz nah sein. Die Spannung steigt...und dann ruft der Skipper plötzlich: „Whale ahead!“. Alle Gäste stürzen sich förmlich an den Bug des Bötchens – schließlich möchte jeder den Wal zuerst sehen. Und tatsächlich in etwas 200-300 Metern Entfernung können wir eine Fontäne sehen. Meterhoch schießt das Wasser aus dem Atemloch des Wals und wir sind direkt hin und weg. Wir können uns Glück kaum fassen! Der Captain wirft den Motor wieder ein wenig an und versucht uns immer dichter an den Wal heran zu bringen. Doch dies ist kein Zoo, sondern der freie Lebensraum dieser grandiosen Tiere und so sehen wir nur noch eine untertauchende Schwanzflosse am Horizont. Der Captain und sein Skipper geben jedoch noch lange nicht auf, wir fahren ein Stückchen weiter und suche die ganze Zeit nach neue Walfontänen. Schon bald passiert etwas unglaubliches: Direkt neben unserem Boot taucht ein riesiger Blauwal auf. Wir staunen nicht schlecht und zücken direkt unsere GoPro. Fotos schießen ist heute vermutlich nicht besonders zielführend, daher entscheiden wir uns diesen Tag nahezu komplett auf Video aufzunehmen. Der Wal ist fast so groß wie unser Boot und schwimmt seelenruhig keine 2 Meter von uns entfernt. Es sieht beinahe so aus als wollte er sich für uns zur Schau stellen. Er dreht sich hin und her und dann lässt er seine Seitenflosse in die Höhe schnellen. Wir sehen sie in seiner ganzen Pracht, bevor sie mit einem lauten Knall auf das Meer aufschlägt. Eine kleine Wasserfontäne spritzt unterdessen in unser Boot und wir werden ein klein wenig nass. Aber was sind schon ein paar nasse Klamotten gegen solch tolles Erlebnis?! Das kann uns niemand mehr nehmen :-). Für uns ist die Tour schon jetzt ein kompletter Erfolg und wir können uns kaum vorstellen, dass sich das noch verbessern kann. Doch nur wenige Minuten später sollen wir eines Besseren belehrt werden. Wir fahren ein klein wenig weiter zu einem Platz wo noch zwei weitere Ausflugsboote auf dem Meer treiben. Und je näher wir kommen, sehen wir direkt vor uns vier Wale im Wasser treiben. Die Fontänen schießen in die Höhe und sie legen eine regelrechte Show für uns ein. Sie kommen ganz nah die Boote heran, schwimmen unter ihnen her und zeigen sich danach immer mal wieder an der Oberfläche. Wir sind ganz aus dem Häuschen – kann dieser Tag noch schöner werden?! Sicherlich nicht – denn das ist das absolute Highlight, von welchem wir zwar immer geträumt haben, aber nie geglaubt haben das es Wirklichkeit werden kann. Wir bleiben noch etwa 10 Minuten und schauen den Walen zu, bevor unser Captain den Rückwärtsgang einlegt und wir leider die Rückfahrt antreten. Wir stehen dabei weiterhin am Heck und blicken glücklich auf die Szene zurück. Was für ein sagenhaftes Erlebnis – wir können unser Glück wirklich kaum fassen :-). Während der Rückfahrt ist die Stimmung an Bord fabelhaft, jeder lässt die Erinnerungen für sich Revue passieren und nicht einer hat mittlerweile kein Lächeln auf dem Gesicht. Sogar die Passagiere, die am Anfang leicht grün um die Nase waren, haben die Hinfahrt mittlerweile schon wieder vergessen. Die Glücksmomente überwiegen! Gegen 16 Uhr fahren wir wieder in das Hafenbecken von Monterey ein und werden von den Seelöwen lautstark begrüßt. Da sich unser Magen so langsam wieder bemerkbar macht, lassen wir diesen wundervollen Tag mit einem leckeren italienischen Essen in einem der kleinen Restaurants am Wasser ausklingen. Mit sonnengebräunter Haut, spazieren wir anschließend zurück zum Hotel, checken ein und machen es für den Rest des Abends gemütlich in unserem Zimmer. Wir sortieren Fotos, schauen uns die zahlreichen Videos des Tages an und freuen uns schon jetzt auf den morgigen Tag: Wir werden den berühmten Hightway No. 1 in Richtung Santa Barbara fahren.

Nächste Seite